Einführung von Frauenquoten für Verwaltungsräte

Auskünfte:
Elisabeth Bosshart, Präsidentin BPW Switzerland – 031 305 72 03 Das Argumentarium ist neu als Broschüre in 4 Sprachen erhältlich und kann direkt bei der Geschäftsstelle bestellt werden.

 



Warum hat BPW Switzerland beschlossen, die Einführung von Frauenquoten für Verwaltungsräte zu fordern


Business and Professional Women BPW Switzerland fordern Frauenquoten für börsenkotierte Firmen. Der schweiz- und weltweit grösste Verband von Berufs- und Geschäftsfrauen hat seit über 80 Jahren das Ziel, dass Frauen gleichberechtigt und gleichwertig in Führungs- und Machtpositionen vertreten sind.
 
Mit Genugtuung hat der Verband zur Kenntnis genommen, dass sich auch die FDP-Frauen als politische Kraft für verbindliche Zielvorgaben in der öffentlichen Verwaltung und – sofern freiwillige Massnahmen nichts fruchten – in börsenkotierten Firmen ausgesprochen haben.
 
Die Frauen machen nicht nur die Hälfte der Bevölkerung aus, sie sind auch bestens ausgebildet und in ihrer grossen Mehrheit berufstätig. Trotzdem bestehen Geschäftsleitung und Verwaltungsräte der grössten Firmen in der Schweiz immer noch aus 95, respektive 89 Prozent Männern (Quelle: Schilling-Report 2012). Die Interessen der gesellschaftlichen Gruppe der Frauen sind aufgrund der geringen Anzahl von Frauen in höheren wirtschaftlichen Positionen nicht oder schlecht vertreten.
 
Da Frauen 80 Prozent der Kaufentscheide fällen, ist es unverständlich, dass Unternehmen das Kapital der Frauen nicht nutzen, ihre Firmen erfolgreicher zu machen. Verschiedenste Studien haben zudem bewiesen, dass sogenannt gemischte Teams bessere Resultate erzielen, als uniforme Gruppen.
 
Bei gleichbleibendem Tempo wird eine annähernde Gleichstellung der Frauen in Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten frühestens in 40 Jahren erreicht. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es unverständlich, dass die Wirtschaft auf die reiche Ressource, der vom Staat für teures Geld ausgebildeten Frauen verzichtet.
Die Frauenquote für börsenkotierte Unternehmen kann vom Parlament per Aktienrecht eingeführt werden.
 

 
 
Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF
  • 10.3.2014: Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF spricht sich für die gesetzliche Einführung von Geschlechterquoten in der Wirtschaft aus. Das Ziel: Ein Frauenanteil von 40 Prozent in den Verwaltungsräten und von 33 Prozent in den Geschäftsleitungen. Die Quote soll für börsennotierte und öffentliche Unternehmen sowie für Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden gelten. Dieses Ziel soll innerhalb von zehn Jahren, also bis spätestens 2024 erreicht werden. Die EKF fordert ein Gesetz mit griffigen Kontrollmechanismen und wirksamen Sanktionen, falls das Ziel nicht erreicht wird. 

Absichtserklärung economisuisse und Arbeitgeberverband
  • Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse und der Arbeitgeberverband reagieren auf die Forderung nach Quoten und rufen die Unternehmen auf, Frauenförderung zu betreiben. Die beiden Verbände lehnen gesetzliche Quoten ab und zählen auf Selbtsregulierung. Sie schlagen vor, im «Swiss Code of best practice for corporate governance» explizit vorzuschreiben, dass Frauen gleichberechtigt auch auf Ebene Verwaltungsrat und Geschäftsleitung vertreten sein sollen. Das Dossier:
  • Women joining European boards in greater numbers than ever says an Egon Zehnder Survey.
Frauenquoten in den Medien  Women on Boards: Video von der Europäischen Kommission