Warum die Lohnlücke nicht «gottgegeben» ist


Gegen Lohnlücken hilft kein Gesetz, weil Frauen sich ja doch für die Kindererziehung entscheiden? Diese Haltung ist ganz schön ignorant.

Von Karen Merkel am ‎07‎.‎04‎.‎2018

Es ist kompliziert, stellt mein Kollege Ralph Pöhner in seinem Text zur Lohnkluft zwischen Männern und Frauen fest. Gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht sei darum per Gesetz auch nur schwer durchzusetzen. Die Begründungen stossen in eine Richtung: Die Lohnlücke entstehe nicht aufgrund vonDiskriminierung, sondern als Folge der persönlichen Präferenzen von Frauen. Schulterklopfend wird SVP-StänderatHannes Germann mit seiner Aussage zititert, die Unterschiede seien halt «gottgegeben».
Die Argumentation der Präferenzen ist beliebt und hat prominente Vertreterinnen – zum Beispiel die ehemalige deutsche Familienministerin Kristina Schröder. Richtiger wird sie dadurch nicht. Zum einen, weil gesetzliche Massnahmen die Debatte sehr wohl vorantreiben können. Das zeigt die Publikation von Firmendaten inGrossbritannien, bei denen auch Schweizer Unternehmen ihre dortige Lohnpraxis offenbaren mussten. Die Schweiz hat eine ähnliche Lohnanalyse, die seit 2015 diskutiert wird, kürzlich auf die lange Bank geschoben.

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Veröffentlicht
10:46:25 09.04.2018