Zum Equal Pay Day 2026

Zum Equal Pay Day 2026

Der Freitag, 13. Februar, markiert in diesem Jahr den Tag, bis zu dem Frauen in der Schweiz gratis arbeiten, während Männer bereits seit dem 1. Januar Gehalt beziehen. BPW Switzerland haben 2009 den Equal Pay Day in die Schweiz gebracht. Den Tag berechnen wir auf Grundlage des Medianlohns in der Privatwirtschaft. Die Zahlen beruhen auf der Lohnstrukturerhebung des Bundes.

Wie relevant der Equal Pay Day noch immer ist, zeigt die Zwischenbilanz des Bundesamtes für Justiz zum revidierten Gleichstellungsgesetz, die aufzeigt, dass mehr als die Hälfte aller Unternehmen ihre gesetzliche Pflicht zur Lohnanalyse nicht erfüllen.


Veröffentlicht: 11.02.2026

Betriebe handeln gegen die Verfassung: Gleichwertige Arbeit wird je nach Geschlecht unterschiedlich entlöhnt

Trotz Bundesgesetz und Verfassungsauftrag erhalten Frauen in gleicher Funktion für gleichwertige Leistung rund 12 % weniger Lohn. Die Business and Professional Women (BPW) organisieren jährlich den Equal Pay Day, um die breite Gesellschaft auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.
Die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamts für Statistik weisen nach wie vor grosse Lohnunter­schiede zwischen Frau und Mann nach, die sich durch objektive Faktoren wie berufliche Stellung, Dienstjahre oder Ausbildungsniveau nicht erklären lassen. Der weltweit begangene Equal Pay Day macht diese Diskriminierung sichtbar: Je grösser die Lohnungleichheit in einem Land, desto später im Jahr findet er statt, sprich, bis zu diesem Tag arbeiten die Frauen gratis. In der Schweiz fällt er im Jahr 2026 auf den 13. Februar. Der aktuelle Lohnunterschied (Median) beträgt gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (2022) 12 % im privaten Sektor.

Lohnungleichheit trotz Verfassungsauftrag

Die Schweizer Unternehmen haben auch 26 Jahre nach in Krafttreten der Bundesverfassung, die gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zusichert, diese Pflicht noch nicht umgesetzt. Es wäre auch im Sinne der Gesamtwirtschaft, dass Frauen ihr eigenes Auskommen sichern können.
Ein gerechter Lohn ermöglicht selbstbestimmte Entscheide über das eigene Leben. Wer weniger in die Pensionskasse einzahlt, muss damit rechnen, im Pensionsalter auf Ergänzungsleistungen angewiesen zu sein. Da Frauen im Lauf ihres Erwerbslebens häufig ihr Pensum reduzieren, um Kinder oder Angehörige zu betreuen, sind sie häufig von Altersarmut betroffen, weil sie dadurch deutlich weniger in die Pensionskasse einzahlen können.
BPW setzen sich weltweit seit vielen Jahren für die Chancengerechtigkeit für Frauen im Berufsleben ein.
Es braucht
  • eine gerechte Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit
  • Individualbesteuerung
  • externe Kinderbetreuung
  • neue Arbeitszeitmodelle wie 4-Tage-Woche, Topsharing, Jobsharing etc.
  • eine gerechte Verteilung und/oder Vergütung von Care-Arbeit
  • ehrenamtliche Arbeit / Milizarbeit von allen
  • eine gerechte Verteilung von Freizeit und damit genug Zeit für Selbstfürsorge
Informationen zu den Veranstaltungen unserer Clubs in der ganzen Schweiz  finden Sie hier.