
Der aktuelle Lohnunterschied beträgt gemäss der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (2022) 12 %, wobei BPW Switzerland den EPD aufgrund des Medianlohns in der Privatwirtschaft berechnen. Der Lohnunterschied ist illegal und läuft dem in der Bundesverfassung festgehaltenen Gleichstellungsgesetz zuwider.
Das Datum des Equal Pay Day ändert von Jahr zu Jahr, denn es verdeutlicht den aktuellen Lohnunterschied. Wenn ein Mann ab dem 1. Januar 2026 sein Gehalt bekommt, muss eine Frau 12 % gratis arbeiten, bis auch sie Lohn bekommt… also dieses Jahr bis zum 13. Februar.
Wie jedes Jahr setzen wir dabei wiederum einen Schwerpunkt:
Die Bundesverfassung sagt in Artikel 8 dass Mann und Frau gleichberechtigt sind und führt weiter aus, dass dies vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit gilt und Mann und Frau Anspruch haben auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.
Ein eigenes, die Ausgaben deckendes Einkommen, stellt die Basis dar, um selbstbestimmt Lebensentscheide zu treffen. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb zwei Personen gleichen Alters, die denselben Job ausführen, unterschiedlich bezahlt werden sollen, nur aufgrund des Geschlechts.
Die Arbeitswelt ist auch heute, 27 Jahre seit in Krafttreten der Bundesverfassung, noch nicht gerecht für Frauen. Nach wie vor sind Aktionen wie der Equal Pay Day notwendig, um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.
Es braucht
eine gerechte Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit
bezahlbare externe Kinderbetreuung
neue Arbeitszeitmodelle wie 4-Tage-Woche, Topsharing, Jobsharing etc.
eine gerechte Verteilung und/oder Vergütung von Care-Arbeit
gleiche Tarife in der bezahlten Freiwilligenarbeit
eine gerechte Verteilung von Freizeit und deren Definition
genug Zeit für Selbstfürsorge
Strukturelle Benachteiligungen müssen wir alle zusammen aus der Welt schaffen, indem wir Einfluss auf die Politik nehmen, unsere Rollenbilder in der Gesellschaft verändern und unsere Entscheidungen mit Bedacht treffen, denn auch diese beeinflussen, wie wir im Alter leben. Leider ist gerade jungen Frauen oft nicht bewusst, dass sie die Weichen spätestens bei der Familiengründung und dem oft damit verbundenen (Teil)Rückzug aus dem Arbeitsleben stellen.
Berufswahl und die Entscheidung zur Teilzeitarbeit liegen auch in unserer Hand. Wie diese und andere Lebensentscheide unser Gehalt, unsere Karrierechancen und unsere Renten beeinflussen, zeigt die alliance F mit ihrem neuen Tool cash or crash anschaulich auf. Hier kannst du die Auswirkungen deiner Entscheidungen berechnen.
Die öffentliche Hand hat in der Förderung der Lohngleichheit eine Vorbildfunktion. Mit der Unterzeichnung der 2016 lancierten Charta bekräftigen Behörden, staatsnahe Betriebe und Unternehmen mit öffentlichem Auftrag, Lohngleichheit in ihrem Einflussbereich umzusetzen – als Arbeitgebende, bei Ausschreibungen im öffentlichen Beschaffungswesen oder als Subventionsorgane. Das gemeinsame Engagement soll ein Signal an öffentliche und private Arbeitgebende aussenden.
Weitere Informationen
Elisabeth Baume-Schneider, Bundesrätin, Eidgenössisches Departement des Innern EDI